Schlagwort-Archive: Pflege

Wir sind Gewerkschaft! – Organizing im Gesundheitssektor

wir_sind_pflegekrDas Schlagwort “Organizing” ist in die gewerkschaftliche Diskussion in Österreich eingezogen. Organizing meint Beteiligung und Mobilisierung rund um Themen der Beschäftigten. Organizing will gewerkschaftliche und betriebsrätliche Strukuren im Betrieb, in einem Konzern, in einer Branche stärken. Im September 2014 startet in Linz ein Organizing-Lehrgang im oberösterreichischen Gesundheitssektor.  Weiterlesen

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Zwischen Frust und Flucht

Reformresistenz lässt sich schlechterdings auch im Pflegebereich nachweisen

Kommentar der Anderen | Alexandra Prinz, 17.4.2014

http://derstandard.at/1397520958872/Zwischen-Frust-und-Flucht-Teil-2

Man kann Herrn Matt (Ulrich Matt: Diagnose: Zwischen Frust und Flucht, DER STANDARD, 12. April) bezüglich seiner Diagnose zur Ärzteabwanderung nur aus vollem Herzen beipflichten. Die Frage ist nur, wenn das Potenzial für Reformen aller Art vorhanden ist, woran liegt es dann, dass diese Reformen nie statt finden? Denn auch aus Sicht der Pflege sind Reformen längst überfällig.

 

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Who cares? Eindrücke vom Symposium für Gesundheit und Pflege in Bratislava

Gemeinsam mit der slowakischen Gewerkschaft SOZ ZaSS (Slovenský odborový zväz zdravotníctva a sociálnych služieb) organisierte der ÖGB Ende Jänner ein Symposium zu „Status Quo und Zukunft der Pflege in der Slowakei und Österreich“. Hintergrund der Tagung bildete „Arbeitsmarkt+“, ein Projekt österreichischer und slowakischer Gewerkschaften (http://www.arbeitsmarktplus.eu). Ziel des Symposiums war der Informationsaustausch zwischen Betriebsrät*innen, Gewerkschafter*innen und Kolleg*innen aus der Pflege aus beiden Ländern. Vertreter*innen der Gewerkschaft vida und der slowakischen Gewerkschaft SOZ ZaSS hielten u.a. Vorträge über die demografische Entwicklung in der Slowakei und die daraus resultierenden Folgen für die Pflege.

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Care-Revolution: Aktionskonferenz – Her mit dem Guten Leben! Für Alle weltweit! – 14.-16.3.2014, Berlin

Plakat Care Revolution [via care-revolution]

Aktionskonferenz Care Revolution
Her mit dem guten Leben – für alle weltweit!
Freitag, 14. März 2014, 14 Uhr bis Sonntag 16. März 2014, 15 Uhr in Berlin
Ort: Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Bitte meldet euch hier an
Kontakt: care-revolution@riseup.net

Soziale Reproduktion betrifft uns alle – es geht um unser Leben, unseren Alltag: Wie und mit wem wollen wir wohnen? Wie sorgen wir für uns und andere? Wie wollen wir gepflegt werden und wie kann gute Gesundheitsversorgung aussehen?
Viele Menschen arbeiten in diesen Bereichen – einige bezahlt, andere unbezahlt. Wir alle sind darauf angewiesen. Wie also können die Lebensverhältnisse so gestaltet werden, dass sie unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen? Weiterlesen

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Kuschen auf Kommando. Pflegearbeit in Österreich am Beispiel von MediCare

medicare

 

 

von Andreas Exner

Woran krankt bezahlte Pflegearbeit in Österreich? An dem äußerst niedrigen Niveau der Bezahlung, an zu wenig Personal und den autoritären Haltungen des Managements. Das zeigt der Briefwechsel zwischen einem Mitarbeiter der Firma MediCare und seinen Vorgesetzten.

Wir veröffentlichen ihn unten anonymisiert.

MediCare, so steht zu befürchten, ist dabei nur ein Beispiel für viele andere.

Wenn MitarbeiterInnen berechtigte Kritik üben, so schasselt das Management sie ab. Sie sollen kuschen. Dankbar sein sollen sie für die paar Euro Stundenlohn. Frohen Herzens haben sie zu arbeiten, auch wenn die Entlohnung noch so traurig ist. Jedenfalls ist der Dienstweg einzuhalten. Der Mitarbeiter kann andernfalls ja gerne stempeln gehen, so die ungepflegte Botschaft.

Die untenstehende Dokumentation erging übrigens auch an die Gewerkschaft vida, und zwar an den für den Pflegenbereich zuständigen Hrn. Kollegen Willibald Steinkellner. Eine Antwort auf das Schreiben hielten die vida und Kollege Steinkellner offenbar nicht für notwendig. Weiterlesen

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Pflegeheim muss Betten abbauen

Schlager, Gerlinde: Pflegeheim muss Betten abbauen
Kronenzeitung, 25. 2. 2013, 19

Das Haus “Elisabeth” der Caritas sieht sich verstärkter Konkurrenz ausgesetzt: Weiterlesen

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Leserbrief zum Thema: KV-Abschluss für Pflege- und Sozialberufe

To: leser@kronenzeitung.at

Sehr bedauerlich, dass es für die Pflege- und Sozialberufe nicht mehr als 2,75% gibt. Ein anständiger Streik in einem Superwahljahr hätte die Frage mal anders gestellt. Angesicht der immer größer werdenden Gruppe von Pensionisten, die in den nächsten 20 Jahren zu Pflegefällen werden können, wäre bei entsprechender Solidarisierung von Pflegekräften und Betroffenen bzw. deren Angehörigen jede Regierung in die Knie zu zwingen. In Finnland hat sich im Wahljahr 2007 eine Lohnerhöhung von 24% durchbringen lassen. Und was Pflegekräfte wirklich leisten, das würde sich erst in einem Streik zeigen, der mindestens zwei Wochen dauert. Hätte man dann auch mit 2,75% abgeschlossen? Warum traut sich die Gewerkschaft nicht, einen Streik auszurufen?

Michaela Molnar

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Pflegekräfte: viel zu schlecht bezahlt

Offener Brief vom 22.1.2013 zu den Gehaltsverhandlungen für Pflegekräfte
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie ich erfahren habe, wollen die Arbeitgebervertretungen eine Lohnerhöhung für Pflegekräfte mit gerade einmal 1,8% abgelten. Die gewerkschaftlichen Forderungen sind natürlich, gemessen an dem, was Pflegekräfte tatsächlich leisten, ebenfalls zu niedrig angesetzt. Denn wie sich zeigt, haben vermutlich die, die am Verhandlungstisch sitzen, wenig Ahnung davon, was Pflege tatsächlich bedeutet.
Sie alle verdienen bestimmt mehr als 12€/ Stunde. Und Sie alle halten es für angemessen, dass das, was Pflegende (oder überhaupt Menschen in den Sozialberufen leisten) mit 12€ abgegolten wird.
Ich muss Sie kurz korrigieren und teile Ihnen mit, dass es würdelos ist, Pflegekräfte mit diesem Gehalt abspeisen zu wollen. Besonders schlimm trifft es die extramurale Pflege, die zwar alle ausbauen wollen, weil man weiß, dass immer noch 80% der Gepflegten zu Hause, von Angehörigen, in der Regel von Frauen, gepflegt werden. Und die, die das professionell machen – übrigens vorwiegend MigrantInnen – denen muss man ja nicht so viel bezahlen. Und die Umstände, unter denen man teilweise arbeiten muss, die sind eben dann auch wie irgendwo im “Osten”.
Sie wissen, dass es in Wien noch immer zahlreiche Wohnungen ohne Heizung gibt. Die Wohnungen werden mit offener Gasflamme geheizt, vom Gasherd. Sie wissen, dass es in  immer noch einigen Wohnungen kein warmes Wasser gibt, weil der Durchlauferhitzer kaputt ist (oder gar nicht vorhanden), und sich die betroffene Person keinen neuen leisten kann/will. Pflegekräfte müssen diese Person, die gerade mal Stuhl hatte, dennoch nach hygienischen Richtlinien reinigen. Kreativität ist also gefragt.
Beantworten Sie mir bitte folgende Fragen: Warum erhalten Pflegekräfte in der ambulanten Pflege weder adäquate Arbeitskleidung bzw. eine entsprechende Kleiderabgeltung für die winterlichen Temperaturen? (Klimazulage)?
Wie wäre es mit einer Zulage für die geteilten Dienste, die Mütter dazu zwingt, ihre Kinder abends und am Wochenende alleine zu lassen, weil  der Arbeitgeber auf solche “Kleinigkeiten” im Dienstplan keine Rücksicht nimmt. Die Zeit zwischen geteilten Diensten hat in der Regel mit Bereitschaftzeit abgegolten zu werden, denn an so einem Tag hat die betroffene Pflegekraft Null Freizeit.
Warum können sich die Vereine nicht darauf einigen, dass man Sprengelbetreuungen aufbaut, die den Pflegekräften ermöglicht, die betreute Person tatsächlich in den 15min Wegzeit zu erreichen – und nicht , wie es die Regel ist, die Leute quer durch Wien zu schicken? Und dafür müssen natürlich Wegzeiten bezahlt werden. Abgesehen davon, dass das unökonomisch ist, für die betroffene Arbeitskraft ist das zeitaufreibende Herumfahren auch anstrengend.
Wie ist es überhaupt möglich, diplomierte Pflegekräfte zu 90% für Pflegehelfertätigkeiten einzusetzen, obwohl es angeblich so einen Mangel an diplomierten Pflegekräften in der ambulanten Pflege gibt?
Warum macht nur der FSW in Wien MHKP? Eine DGKS eines Vereins wie Kleine Soziale Netze, Sozial Global, Volkshilfe etc. bieten dezidiert keine MHKP an, was zur Folge hat, dass es an Diplomierten dann mangelt. Denn wozu soll eine DGKS PH-Tätigkeiten ausführen, wenn sie ganz anderes kann? Schließlich muss der Verein aber ein DGKS-Gehalt zahlen, was zwar lächerlich gering ist, für die Verantwortung, die man trotz allem trägt, aber eigentlich ist es eine Verschwendung an öffentlichen Geldern, denn Pflegehelfer kämen billiger.
Und warum wird einfach an der Realität vorbeigeplant? Eine DGKS eines kleinen Vereins darf bei einer Klientin die Körperpflege ausführen und vielleicht auch noch Insulin spritzen, aber das sind alles Tätigkeiten, die ein/e PH durch Delegation auch ausüben darf. Hat die Klientin aber eine Wunde, z. B. einen vom KH mitgebrachten Dekubitus (was gar nicht so selten vorkommt), so darf diese Wunde nur von den mobilen Schwestern des FSW versorgt werden. Die Klientin zahlt dann übrigens (nach 28 Tagen) doppelt, denn sie zahlt den HKP-Verein, der die Körperpflege durchführt, und den FSW-Beitrag für die MHKP. Wenn die Klientin genug Geld hat, zahlt sie alles, hat sie nicht genug, zahlt die öffentliche Hand.
Ein wunderbares System, das ziemlich viel kostet, wie der beigelegte RH-Bericht zeigt.
Und ich hätte erwartet, dass Menschen, die mit soviel Geld jonglieren, auch ein entsprechendes Kostenbewusstsein an den Tag legen. Denn gute Pflege muss nicht mehr kosten, sondern sie muss in erster Linie gut organisiert sein.
Wie sich aber zeigt, haben die Gesundheits-/Pflegeverantwortlichen (es wäre schön, wenn alle Pflegekräfte, nämlich die im Gesundheits- und die im Pflegesektor gleich behandelt werden) nicht den blassesten Schimmer, wie gute Planung tatsächlich aussieht. Und es sollte nicht Aufgabe einer DGKS sein, Ihnen das sagen zu müssen. Sondern ich habe das Recht, unter optimalen Arbeitsbedingungen optimale Arbeit zu leisten. So erwarten Sie jedoch, dass Pflegekräfte unter unwürdigsten Arbeitsbedingungen und unterdurchschnittlicher Entlohnung (wie dies seit Jahren bekannt ist) trotzdem höchste Qualität liefern. Angesichts der demografischen Entwicklung frage ich Sie, wie das unter gegebenen Bedingungen weiterhin geschehen soll?
Übrigens: warum erhalten Pflegekräfte im mobilen Bereich nicht auch eine Geriatriezulage, obwohl 90% der von uns betreuten Personen Pflegefälle sind? Und wie ist es zu erklären, dass eine SEG-Zulage überhaupt nur 35% beträgt, und nicht, wie im stationären Sektor, doch um einiges mehr.
Abende und Wochenenden müssen besser entlohnt werden, schließlich muss auch die Kinderbetreuung bezahlt werden. Die tägliche Konfrontation mit Schmerz, Tod, Trauer, Alter, Arbeitsbedingungen, die die wenigsten, die im KH arbeiten, bereit sind, einzutauschen, sollte den mobilen Sektor weit besser entlohnen als es bisher der Fall war.
Im übrigen gilt der Bericht der Rechnungshofes: “Insgesamt ist die derzeitige Regelung der Pflege kaum dazu geeignet, den sich abzeichnenden demografischen Veränderungen gerecht zu werden. Es ist weder eine Gleichbehandlung der Betroffenen noch ein effizienter Ressourceneinsatz gesichert.”
In der Hoffnung, dass Sie sich der anstehenden Probleme dieses Landes wirklich annehmen und nicht nur hart arbeitenden (vorwiegend) Frauen wieder einmal ein Almosen anbieten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Mag. Alexandra Prinz

 

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Offener Brief: kein Verhandlungserfolg für die Pflege muss Streik bedeuten!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verfolge die Nachrichten über die Maßnahmen der Gewerkschaft mit großem Interesse und möchte der Gewerkschaft meine Unterstützung – auch aus dem fernen Ausland – bezüglich Streik und Durchsetzung der Forderung im Pflege und Sozialbereich ausdrücklich zusichern. Eine Beschäftigung in der Pflege ist als qualifizierte Arbeitskraft reine Sklaverei und kann in Wien nur deswegen so ausgeübt werden, weil es genügend Angebot an Billigarbeitskräften aus dem Osten gibt, weswegen der Beruf für Österreicherinnen kaum attraktiv ist.  In den westlichen Bundesländern sowie in Skandinavien und in der Schweiz ist die Pflege wesentlich besser organisiert und es ist dem Staat offenbar auch ein Wert, in diese Bereiche zu investieren. Wien und ganz Österreich wird sich in absehbarer Zeit Gedanken machen müssen, wie die steigende Anzahl an Personen, die nicht in unpersönlichen Pflegeheimen, sondern zu Hause gepflegt werden wollen, auf höchstem Niveau versorgt werden sollen. In diese Bereiche muss investiert werden, da das Ergebnis nicht erfolgreicher Verhandlungen nur flächendeckenden Streik bedeuten kann. Erst dann wird ersichtlich, was die Arbeit der Pflege leistet. Denn offenbar ist es den Geldgebern, die auch einmal zu Pflegefällen werden können, heute noch egal, ob eine bettlägrige Person regelmäßig gelagert wird, Medikamente erhält, Verbände gewechselt werden, Ausscheidungen entfernt, Körperpflege durchgeführt, Essen gegeben u.s.w. und – was finanziell leider überhaupt nicht berücksichtigt wird – Ansprache erhält. Auf die besonderen Bedürfnisse und Erschwernisse in der Hauskrankenpflege muss in Kollektivvertragsverhandlungen gesondert Rücksicht genommen werden.

Ich erwarte eine angemessene Durchsetzung von Forderungen seitens der Gewerkschaft, die allen Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich gerecht werden, da auch Österreich vor der Herausforderung steht, wie die wachsende soziale Ungleichheit in Zukunft bewältigt werden kann und muss, wenn es eine Zukunft für jung und alt geben soll.

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Alexandra Prinz

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Mehr als ich kann

Film über den Pflegealltag im Verborgenen

Davor ab 18:00 Besprechung der Gruppe “Solidarisch G’sund,
ab 18:30 Volxküche

Di, 7.2., Im Kreml, Villach, Ludwig Walter Straße 29

ein Film über den Pflegealltag im Verborgenen (45 Minuten)

von Herbert Link unter Mitarbeit von Bärbel Danneberg, Birgit Meinhard-Schiebel, Monika Wild

Ein Film, der einen Notstand und die damit verbundenen Grenzerfahrungen, wie Hilflosigkeit, Trauer und Wut, aber auch generationsübergreifende Neubestimmung von menschlichen Werten öffentlich machen will. Ein Film, der dazu beitragen soll, dass pflegende Angehörige sich als politisch relevante Gruppe empfinden und die verdiente Wertschätzung für ihre Betreuungsleistung erfahren.

Der Film entstand in Kooperation mit der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

mit Unterstützung von ÖKSA und BMUKK

Anerkennungspreise im Rahmen von: Pflege- und Betreuungspreis 2011 der Volkshilfe Österreich, Gesundheitspreis der Stadt Wien 2011 im Bereich Medien/Öffentlichkeitsarbeit

  • Vor dem Film einleitende Worten von Karin Peuker
  • Nach dem Film Diskussion.

Weitere Infos hier

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