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Unterschriftenaktion gegen “Gesundheitsreform”: 11 Milliarden Sparprogramm bei der Gesundheit

[via solidarwerkstatt, Rundbrief 9/2013, 16.April]

11 Milliarden nicht fehlen?

Erstmals geben Regierungsvertreter zu, dass die „Gesundheitsreform“, mit der bis 2020 elf Milliarden Euro gegenüber den Bedarfsprognosen eingespart werden soll, „ohne Leistungskürzungen schwer machbar“ sei. Arbeiterkammer und Konsumentenschutz kritisieren schon jetzt lange Wartezeiten für Operationen und Zwei-Klassen-Medizin.

„Taschenspielertrick“

Anfang April passierte die sog. „Gesundheitsreform“ mit den Stimmen der Regierungsparteien den Gesundheitsausschuss des Nationalrates. Es damit zu rechnen, dass die Reform bald in den Nationalrat kommen wird. Kerninhalt dieser „Reform“ ist die „Deckelung“ der Gesundheitsausgaben mit den Schwankungen des Bruttoinlandsprodukts. Dazu sollen letztlich Gesundheits- und Finanzminister direkte Durchgriffsrechte auf die Gesundheitsversorgung vor Ort bekommen. Bis 2016 sollen dadurch 3,4 Milliarden, bis 2020 11 Milliarden gegenüber den Bedarfsprognosen eingespart werden. Die Beteuerung der Regierung, diese Milliardeneinsparungen würde „keiner merken“, stießen von Anfang an auf Unglauben. So kritisierte einer der Redner beim oberösterreichischen Ärzteprotesttag am 16. Jänner 2013: „Es ist eine große Illusion, um nicht zu sagen Lüge, zu sagen: Stell Dir vor, man macht eine Gesundheitsreform mit einem Einsparvolumen von 11 Milliarden Euro innerhalb von sieben Jahren – und keiner merkt es. Das ist ein Taschenspielertrick, den doch nicht einmal der Dümmste glauben kann.“ (1)

Große Belastungen für Pflegepersonal und Ärzte

Mittlerweile bröckelt auch im Regierungslager die „Keiner wird etwas merken“-Propaganda. So gesteht ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger ein, dass das Ziel „Kostendämpfung ohne Leistungskürzung schwer machbar“ sei (Wiener Zeitung, 29.3.2013). Schon jetzt – noch bevor dieses 11 Milliarden Gesundheits-„Dämpfungs“-Paket – zu greifen beginnt, knirscht es im Gebälk des österreichischen Gesundheitssystems. Laut einer aktuellen Umfrage der Ärztekammer, an der 6.249 Mediziner teilnahmen, befinden sich 54 Prozent der Befragten in den unterschiedlichen Phasen des Burn-outs. Ein Drittel davon in der dritten Phase, ab der spätestens medizinische Hilfe unumgänglich ist. Das verwundert wenig angesichts von Arbeitszeiten für Spitalsärzte bis zu 32 Stunden. Auch das Pflegepersonal steht unter einer immer größeren Belastung. Branko Novakovic, Betriebsratsvorsitzender im AKH-Linz, in einem Interview mit dem Werkstatt-Radio : „Zwei Drittel des Pflegepersonals haben schon massive Probleme mit der Wirbelsäule. Das ist ganz klar eine Folge der Überlastung.“ (1). Dieser hohe Arbeitsdruck für die Beschäftigten wird letztlich auch die PatientInnen zu Leidtragenden machen.

28 Wochen länger auf Augenoperation warten

In der Vergangenheit hat der Verein für Konsumentinformation (VKI) auf die negativen Folgen aufmerksam gemacht, die für die Patienten durch die Unterdotierung des Gesundheitsbereiches entstehen. Eine Untersuchung des VKI hatte ergeben, dass KassenpatientInnen mit grauem Star bis zu 28 Wochen länger auf eine Operation warten mussten als privat Zusatzversicherte (3). Scharfe Kritik am Vordringen einer solchen Zwei-Klassen-Medizin übt auch die OÖ Arbeiterkammer: „Nicht selten kommt es vor, dass Patienten/innen trotz vorhandener Operationsindikation, die bereits beim niedergelassenen Arzt/Ärztin bestimmt wurde, bis zu einem Jahr auf einen Termin im Spital warten müssen. Das, obwohl in über 90 Prozent der Fälle die Betroffenen starke Schmerzen haben und sich dadurch körperlich beeinträchtigt fühlen. Privatversicherte bekommen im Regelfall einen rascheren Termin, weil das zusätzlich zu bezahlende Privathonorar Einfluss auf die Wartezeit nimmt. … Für Zusatzversicherte verringert sich die Wartezeit. Etwa bei Kniegelenksersatz – Operationen im Durchschnitt auf ein Drittel der Wartezeit für Patienten/innen ohne Privatversicherung.“ (3).

Wenn schon jetzt Wartezeiten von bis zu einem Jahr an der Tagesordnung sind, womit ist dann erst zu rechnen, wenn weitere Milliarden gegenüber den Bedarfsprognosen eingespart werden, wie das die „Gesundheitsreform“ vorsieht? Die Solidar-Werkstatt hat daher die Unterschriftenaktion „Nein zur Deckelung der Gesundheitsausgaben!“ gestartet. Unterschreiben, mitmachen, weiterverbreiten! Informationsfalter mit Unterschriftslisten (download hier) können bestellt werden bei office@solidarwerkstatt.at bzw. Tel. 0732/771094.

Quellen:
(1) Werkstatt-Radio März 2013, auf Radio FRO
(2) VKI, OP-Wartezeiten – Privatpatient bevorzugt, 18.09.2009
(3) AK OÖ, Pressekonferenz Johann Kalliauer, 12.04.2012, Linz

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Sparprogramme schlagen auf die Gesundheit

Der Standard, Hermann Sussitz, 27. März 2013, 15:30

Europäische Politiker stellen Wirtschaftsdaten über alles. Die Gesundheitsversorgung ist gefährdet, mahnen Forscher

Die Gesundheit der Europäer laufe Gefahr, Opfer der Wirtschaftskrise zu werden. Sparprogramme und steigende Arbeitslosenzahlen versperren den Menschen den Zugang zu adäquater Hilfe, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag in der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet”.

Das alles wirkt brisant angesichts der trostlosen Jobsituation in Europa. In der EU sind insgesamt 26 Millionen Menschen arbeitslos, was einer noch nie da gewesenen Erwerbslosenquote von 10,8 Prozent entspricht. Weiterlesen

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Spitäler setzen den Rotstift an

Pfeifenberger, Alfred: Spitäler setzen den Rotstift an
Salzburger Nachrichten, 23. 3. 2013, 3

Gesundheit. Zusammenschlüsse tragen Früchte, der Einkauf wird viel billiger. Ambulante Behandlung in der Tagesklinik statt stationären Aufenthalts lautet ein weiteres Rezept, um Millionen einzusparen.

ALFRED PFEIFFENBERGER

FRITZ PESSL Weiterlesen

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Gesundheitsreform mit vielen Lücken

NN: Gesundheitsreform mit vielen Lücken
Kärntner Tageszeitung, 14. 6. 2012, 6f

Das Grobgerüst für die gemeinsame finanzielle Steuerung von Spitälern und niedergelassenem Bereich steht. Heikle Details wie Sanktionen und Vetorechte sind allerdings noch völlig offen.

Wien Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich auf die Grundsätze der Gesundheitsreform geeinigt. Die Vereinbarung wurde gestern von den Hauptverhandlern um Gesundheitsminister Alois Stöger, Oberösterreichs LH Josef Pühringer und Hauptverbandschef Hansjörg Schelling präsentiert. Demnach werden die Spitäler und niedergelassenen Praxen künftig gemeinsam finanziell gesteuert. Zudem dürfen die Kosten für das Gesundheitswesen nicht stärker steigen als das Wirtschaftswachstum. Die Steuerung von Spitals- und niedergelassenem Bereich soll über ein “virtuelles Budget” erfolgen, in dem die Gelder der jeweiligen Stellen (Bund, Länder, Sozialversicherung) zusammenfließen. Im Anschluss soll gemeinsam entschieden werden, in welchem Bereich die Mittel eingesetzt werden. Doch wesentliche Fragen sind noch offen, so etwa, ob Länder und Sozialversicherung die gleichen Stimmrechte haben werden. Dies und auch Vetorecht sowie Vorsitzführung sind erst per 15 a-Vereinbarung zu fixieren. Völlig unklar ist auch, wie die bei Nichteinhaltung der Ziele vorgesehenen Sanktionen genau funktionieren werden. Es soll jedenfalls zu keinen Doppelsanktionen für ein Land kommen, das schon beim Stabilitätspakt bestraft wird – das hielt Finanzministerin Maria Fekter fest.

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Siebenseitiger Therapieplan für Gesundheitssystem

Heigl, Andrea: Siebenseitiger Therapieplan für Gesundheitssystem
Der Standard, 13. 6. 2012, 6

Nach über einem Jahr Verhandlungen wird heute, Mittwoch, ein Papier unterschrieben, das dem

Gesundheitssystem bis 2020 elf Milliarden Euro bringen soll. Das Herzstück: Länder und Kassen müssen enger zusammenarbeiten.

Andrea Heigl Weiterlesen

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“Steuern einem gravierenden Ärztemangel entgegen…”

Grabner, Claudia: “Steuern einem gravierenden Ärztemangel entgegen…”
Kärntner Tageszeitung, 27. 5. 2012, 8f

Die Sparpolitik hat ihre Spuren hinterlassen: Josef Huber, neuer Kärntner Ärztekammer-Präsident, warnt vor einem beängstigenden Ärztemangel. Zudem kritisiert er eine “dramatische Verschlechterung” bei der Medizin-Ausbildung. Dr. Huber im Interview mit der KTZ über notwendige Maßnahmen.

Claudia Grabner Weiterlesen

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Heuer keine Erfolgsprämie für Manegold

Rausch, Wolfgang: Heuer keine Erfolgsprämie für Manegold
Kleine Zeitung, 5. 6. 2012, 18

Überraschung in der letzten Expertenratssitzung. Weiterlesen

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Effiziente Versorgung statt Sparmaßnahmen

NN: Effiziente Versorgung statt Sparmaßnahmen
Kärntner Woche, 28. 3. 2012, 34

Können wir uns die Spitzenmedizin noch leisten? Antworten auf diese Frage geben Kärntner Experten. Weiterlesen

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Kampf um die Ärztekammer ist voll entbrannt

Rausch, Wolfgang: Kampf um die Ärztekammer ist voll entbrannt
Kleine Zeitung, 22. 3. 2012, 18

Die Liste “Ärzte & Zukunft” beteuert ihre Unabhängigkeit und will Präsident Othmar Haas stürzen. Weiterlesen

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“Die Verwaltung ist viel zu groß”

Pfeiffenberger, Alfred: “Die Verwaltung ist viel zu groß”
Salzburger Nachrichten, 21. 3. 2012, 3

Gesund. Das österreichische Gesundheitswesen ist vor allem deshalb in großen finanziellen Nöten, weil viel zu viele Organisationen mitentscheiden können.

ALFRED PFEIFFENBERGER Weiterlesen

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