Archiv der Kategorie: Gesundheits-News

Wenn Profitmaximierung krank macht: Gesundheit ist (k)eine Ware

RTEmagicC_Basistexttitel_43_txdam56086_b23600.png[via Attac Deutschland]

Neuer Attac-Basistext / Leitender Arzt und ehemaliger Klinik-Geschäftsführer als Autoren

Betriebswirtschaftliches Denken im Gesundheitswesen macht krank. Dies erleben immer mehr Menschen in Deutschland am eigenen Leib: Sei es der privat krankenversicherte Rentner, der seine Beiträge nicht mehr bezahlen kann, die chronisch kranke Verkäuferin, die sich Monat für Monat die Medikamentenzuzahlungen vom Lebensunterhalt abknapsen muss, oder der Bandscheibenpatient, der unnötig operiert wird, weil die Klinik das Geld braucht.

“Unser Gesundheitswesen ist zum Spielfeld für Global Player geworden, die nur ein Ziel kennen: Gewinnmaximierung. Dem werden die Interessen der Patienten, der Ärzte und aller anderen Beschäftigten untergeordnet”, sagt Manfred Fiedler. Der Co-Autor des passend zur aktuellen öffentlichen Debatte erschienen Attac-Basistextes “Gesundheit ist (k)eine Ware” weiß, wovon er spricht. Manfred Fiedler war Jahre lang Arbeitsdirektor und Geschäftsführer eines Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen.

Auch sein Mitautor Arndt Dohmen, leitender Arzt an einer Universitäts-Klinik und zuvor Chefarzt eines Krankenhauses in Süddeutschland, erlebt die Folgen der Ökonomisierung des deutschen Gesundheitswesens tagtäglich in seiner Berufspraxis. “Besonders betroffen sind Menschen aus mittelosen und einkommensschwächeren Schichten – also gerade diejenigen, die ohnehin von höheren gesundheitlichen Belastungen und Risiken betroffen sind”, stellt er fest. “Sämtliche so genannte Gesundheitsreformen haben zu einer Umverteilung von unten nach oben geführt, weil die zusätzlichen Kosten einseitig zu Lasten der Versicherten und Kranken gingen.”

Zusammen mit ihren Co-Autoren, dem Psychotherapeuten Werner Schüßler und Werner Rätz, Attac-Experte für Soziale Sicherungssysteme, führen die beiden Insider eindrücklich vor Augen, welch verheerende Folgen wirtschaftlicher Wettbewerb als Steuerungsinstrument in der Gesundheitsversorgung hat. Zugleich zeigen sie Auswege in ein solidarisch finanziertes Gesundheitswesen auf, das der Daseinsvorsorge aller dient. Dafür notwendig ist nach Ansicht der Autoren eine solidarische Bürgerversicherung, bei der alle Einkommensarten nach dem Prinzip “alles für alle von allen” einbezogen werden. Private Krankenversicherungen seien ebenso abzuschaffen wie die Finanzierung von Krankenhäusern durch Fallpauschalen.

Der Band ist Teil der Taschenbuch-Reihe “Attac-Basis-Texte” des VSA-Verlags, die grundlegendes Wissen über einzelne Themenfelder der Globalisierungskritik vermittelt. Der Text hat knapp 100 Seiten und ist für sieben Euro im Buchhandel oder im Attac-Webshop (http://shop.attac.de) erhältlich.

Die Autoren stehen für Interviews oder Gastbeiträge gern zur Verfügung.

Für Rezensionsexemplare: Maren Schlierkamp, VSA-Verlag, Tel. (040) 2809 5277-10, maren.schlierkamp@vsa-verlag.de

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Kampf gegen Privatisierung von Gesundheitseinrichtungen in Madrid

[via transition-europe]

Spain Financial Crisis Health

Tausende ÄrztInnen und Krankenschwestern waren am Dienstag, 7.Mai im Streik als Teil von Protesten gegen Pläne zur Privatisierung des öffentlichen Gesundheitswesens.

Im Zuge der Proteste wurden alle 34 Spitäler und dutzende von Gesundheitszentren in der unabhängigen Gemeinde von Madrid bis auf die Notversorgung geschlossen. In der Region leben 6,5 Millionen Menschen, die Hauptstadt gehört dazu.

“Die Privatisierungspläne werden die Qualität der Dienstleistungen dieser Spitäler negativ betreffen, gar kein Zweifel”, sagt Susana Hernandez, 45, Ärztin für Innere Medizin in einem der Spitäler auf der Privatisierungsliste. “Sie verschieben den Fluss der PatientInnen zugunsten der privatisierten Spitäler, aber die erste Priorität dieser Firmen ist immer der Profit. Wir haben sie nach ihren Geschäftszahlen gefragt um zu sehen wieviel sie an Leistungen kürzen, ihre Statistiken zeigen, dass dieser Verkauf für sie ein guter Deal ist.”

ÄrztInnen und Krankenschwestern hielten auch ein inoffizielles Referendum ab. Dabei wurden Menschen auf der Straße befragt ob sie den Verkauf von Spitälern befürworten oder dagegen sind. Sie baten PassantInnen mit “Ja” oder “Nein” zur Privatisierung des spanischen Gesundheitswesens im Rahmen einer gesetzlich nicht bindenden Volksbefragung zu stimmen.

Über 200.000 Menschen votierten symbolisch gegen den Plan.

Der Streik am 7.Mai ist der erste von fünf eintägigen Streiks, die für die nächsten fünf Wochen geplant sind.

ÄrztInnen, Krankenschwestern und andere GesundheitsarbeiterInnen gehen davon aus, dass die Pläne bestimmte Dienstleistungen auszulagern die Qualität der Versorgung der PatientInnen in der Region verschlechtern werden. Sie kritisieren auch, dass die Regierung keine konkreten Zahlen vorgelegt hat wieviel Geld sie mit den Privatisierungen einzusparen gedenkt.

Die Regionalregierung spricht der informellen Volksbefragung jede Glaubwürdigkeit ab.

Online votation

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Medizin-Studenten fordern Bezahlung für klinisch-praktisches Jahr

[APA, via online-Standard, 6.5.2013]

6. Mai 2013, 13:19

ÖH Medizin-Uni Wien: “Berufstätige Studierende vor einer nicht tragbaren Situation” Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Austeritätspraxen: Solidaritätsdelegation zur Gesundheitskatastrophe in Griechenland

Nadja Rakowitz über gesundheitliche Nebenwirkungen der Troika-Politik in Griechenland

Originaltitel des Artikels: “Austeritätspraxen”

Erschienen in: express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 3/2013

Vom 25.-28. Februar dieses Jahres ist eine Delegation des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte und von medico international nach Athen und Thessaloniki gefahren, um sich ein Bild von den Auswirkungen der Austeritätspolitik auf das Gesundheitswesen zu machen und um mit Leuten aus solidarischen Initiativen zu sprechen und die Möglichkeiten von konkreter praktischer Solidarität auszuloten. Ein weiteres Anliegen war es, mit Gesundheitspolitikern der Linken zu sprechen über die Pläne der EU, mit Hilfe des deutschen Gesundheitsministeriums genau jene Elemente des deutschen Gesundheitswesens in Griechenland zu implementieren, gegen die kritische (nicht nur) linke Kräfte zu kämpfen beginnen: die DRG-Finanzierung der Krankenhäuser, über die und deren verheerende Auswirkungen Peter Hoffmann im letzten express berichtet hat. Nadja Rakowitz nahm als Geschäftsführerin des vdää an der Reise teil und schildert ihre Eindrücke.1 Weiterlesen

1 Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Hamburgs Krankenhausbeschäftigte demonstrieren für mehr Personal

Frankfurter Rundschau

Beschäftigte aller Hamburger Krankenhäuser wollen an diesem Freitag für mehr Personal in den Kliniken auf die Straße …

Hamburg. Beschäftigte aller Hamburger Krankenhäuser wollen an diesem Freitag für mehr Personal in den Kliniken auf die Straße gehen. Hintergrund ist die bereits seit Februar laufende bundesweite Umfrageaktion «Personalcheck», laut der allein in Hamburg gut 4200 Stellen quer durch alle Krankenhäuser fehlen, wie die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mitteilte. Aus diesem Grund hätten sich nun die Klinikbeschäftigten zusammengeschlossen und forderten gemeinsam mit Verdi eine gesetzliche Regelung zur Personalbemessung. Bei der Kundgebung um 14.00 Uhr auf dem Domplatz wird unter anderem Verdi-Landeschef Wolfgang Abel als Redner erwartet.

«Wenn in Krankenhäusern gespart werden soll, dann ist die Personalausstattung die erste Schraube, an der gedreht wird», betonte Verdi-Betreuungssekretär Michael Stock. Derzeit könnten Klinikbetreiber nach Belieben über ihre Personalausstattung bestimmen. Die Folgen einer zu niedrig angesetzten Belegschaft seien jedoch unter anderem mehr Überlastungs- und Gefährdungsanzeigen in den Krankenhäusern, fehlende Motivation aufgrund von Belastungssituationen, «und auch die Stimmen unzufriedener Patientinnen und Patienten und Angehöriger mehren sich», kritisierte Stock. (dpa/lno)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Sparprogramme schlagen auf die Gesundheit

Der Standard, Hermann Sussitz, 27. März 2013, 15:30

Europäische Politiker stellen Wirtschaftsdaten über alles. Die Gesundheitsversorgung ist gefährdet, mahnen Forscher

Die Gesundheit der Europäer laufe Gefahr, Opfer der Wirtschaftskrise zu werden. Sparprogramme und steigende Arbeitslosenzahlen versperren den Menschen den Zugang zu adäquater Hilfe, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag in der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet”.

Das alles wirkt brisant angesichts der trostlosen Jobsituation in Europa. In der EU sind insgesamt 26 Millionen Menschen arbeitslos, was einer noch nie da gewesenen Erwerbslosenquote von 10,8 Prozent entspricht. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Spitäler setzen den Rotstift an

Pfeifenberger, Alfred: Spitäler setzen den Rotstift an
Salzburger Nachrichten, 23. 3. 2013, 3

Gesundheit. Zusammenschlüsse tragen Früchte, der Einkauf wird viel billiger. Ambulante Behandlung in der Tagesklinik statt stationären Aufenthalts lautet ein weiteres Rezept, um Millionen einzusparen.

ALFRED PFEIFFENBERGER

FRITZ PESSL Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Pflegeheim muss Betten abbauen

Schlager, Gerlinde: Pflegeheim muss Betten abbauen
Kronenzeitung, 25. 2. 2013, 19

Das Haus “Elisabeth” der Caritas sieht sich verstärkter Konkurrenz ausgesetzt: Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Spitalsärzte klagen an

Wetz, Andreas: Spitalsärzte klagen an
Die Presse, 24. 2. 2013, 10f

Die Debatte um den Sinn von Kleinstspitälern führen meist Politiker. Nun erzählen Ärzte aus Niederösterreich, woran es ihrer Meinung nach krankt: Es sind Geschichten über Personaltricks, politische Einflussnahmen und vermeidbare Todesfälle.

VON ANDREAS WETZ Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Spitäler auf dem Weg der Besserung

Benedikt, Robert: Spitäler auf dem Weg der Besserung
Kleine Zeitung, 20. 11. 2012, 20

Kaiser sorgt in der Kabeg für Budgetwahrheit und mehr Personal. Dobernig legt Regierung Voranschlag 2013 vor.

ROBERT BENEDIKT, ANTONIA GÖSSINGER

Gerechnet auf 100 Patienten hat Kärnten im Bundesländervergleich die geringste Zahl an Spitalsärzten, beim Pflegepersonal liegt das Land an vorletzter Stelle”, analysierte Gesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ) im Vorfeld der heutigen Regierungssitzung. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Auf Antrag Kaisers wird die Landesregierung für 2013 eine Erhöhung des “Nettogebarungsabganges” auf 242 Millionen Euro für die fünf Landesspitäler beschließen. Das sind zwölf Millionen Euro mehr als bisher. Und das bedeutet, dass die Spitäler endlich alle auf dem Papier bestehenden Dienststellen mit “echten” Menschen besetzen können”.

Mehr Ärzte und Pfleger

Bis zum heurigen Jahr war der finanzielle Abgang der Spitäler mit 230 Millionen Euro gedeckelt. Diese finanzielle Einschränkung führte unter anderem dazu, dass wichtige Vorhaben wie der Ausbau der Psychiatrie in Villach oder Adaptierungsarbeiten am LKH Wolfsberg hintangestellt werden mussten. Auch die geplante Konzentration der “Kopffächer” (HNO, Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgie) am Klinikum in Klagenfurt konnte bisher nicht verwirklicht werden.

Jetzt gäbe es laut Kaiser wieder ein “realistisches Budget” in der Kabeg. Mehr Geld bedeutet auch mehr Personal. So wird die Ankündigung aus dem Frühjahr, wonach die Spitäler mit 20 Ärzten und 50 diplomierten Pflegekräften zusätzlich besetzt werden, endlich Realität. Die Aussicht auf diese Maßnahme soll das Betriebsklima an den Kabeg-Krankenhäusern wesentlich verbessert haben. Zentralbetriebsratsobmann Arnold Auer: “Die Kollegen haben wieder das Gefühl, ernst genommen zu werden.” Der zweijährige FPK/ÖVP-Alleingang hatte für massive Probleme gesorgt. Nachdem die Spitalspolitik von allen vier Landtagsparteien außer Streit gestellt wurde, rechnet Kaiser mit einem einstimmigen Beschluss in der heutigen Regierungssitzung.

Keine Verhandlungen

Wohl nur mit den Stimmen der vier FPK-Regierungsmitglieder dürfte der Landesvoranschlag 2013 an den Landtag weitergeleitet werden, den Finanzreferent Harald Dobernig (FPK) heute vorlegt. Denn Dobernig hat keinerlei Parteien- oder Referentenverhandlungen geführt. Gespräche hat es nur auf Büroleiter-Ebene gegeben. Der Voranschlag sieht eine Nettoneuverschuldung von 115 Millionen Euro vor. Heuer beträgt sie 143 Millionen.

ZAHLEN & FAKTEN

Spitälerbudget. Der Abgang der fünf Landesspitäler (Kabeg) durfte bisher 230 Millionen Euro i nicht übersteigen. Das sorgte angesichts ständig steigender Kosten für massive Probleme.

Landesbudget. Der Voranschlag 2013 hat ein Volumen von 2,2 Milliarden. Erhält er im Landtag keine Mehrheit, wird ab Jänner jeden Monat ein Zwölftel des Vorjahresbudgets freigegeben.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News