Ärzte-Chef: “Kam Mächtigen in die Quere”

Rausch, Wolfgang: Ärzte-Chef: “Kam Mächtigen in die Quere”. Kleine Zeitung, 14. 4. 2011, 22.

KÄRNTEN INTERN

Mathias Angres, der unter skandalösen Umständen abberufene und fristlos entlassene interimistische ärztliche Direktor des Klinikums Klagenfurt, hatte nicht nur die Ärzte im Haus hinter sich, sondern konnte auch auf aktive Hilfe durch den Präsidenten der Ärztekammer, Othmar Haas, bauen. Konkret: Haas sicherte Angres, der sich als Arzt mit den Anliegen seiner Kollegen solidarisiert hatte und deswegen in Ungnade gefallen war, die Übernahme der Kosten des angestrengten Arbeitsgerichtsprozesses durch die Standesvertretung zu. Damit wurde Haas selbst zur Zielscheibe in der Schlammschlacht um Angres, die mit der berüchtigten, bis heute nicht aufgeklärten Spitzelaffäre bei einer Ärztebetriebsversammlung am 28. Oktober im Klinikum begonnen hatte.

“Mir ist schon klar, was da dahintersteckt. Ich bin einigen Mächtigen im Land in die Quere gekommen”, kommentiert Haas eine am 30.12.2010 gegen ihn eingebrachte anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, in der ihm wegen der Unterstützung für Matthias Angres missbräuchliche Verwendung von Geldern aller Ärzte aus den Mitgliedsbeiträgen vorgeworfen wurde. Unterschrieben ist das Papier von einem “besorgten Funktionär der Kärntner Ärztekammer”, das darin ausgebreitete Detailwissen könnte aber ebenso gut von einem Insider aus dem LKH Klagenfurt oder aus der Kabeg stammen. Letztlich war der Versuch, Haas und – als Mittäter – auch Angres anzupatzen, verlorene Liebesmüh. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren dieser Tage ein, weil laut Begründung “kein tatsächlicher Grund zur weiteren Verfolgung besteht”.

Die Attacke gegen Haas führt noch einmal die Brisanz des von Angres angestrengten Prozesses vor Augen, bei dem Dokumente auf den Tisch kommen sollten, die eine aktive Beteiligung von Kabeg-Chefin Ines Manegold an der Spitzelaffäre beweisen würden. Nach einem hastigen Vergleich mit Angres inklusive Stillschweigeabkommen blieben sie in der Schublade. Ob eine anhängige Untersuchung des Landesrechnungshofes die Causa endgültig klären kann?

WOLFGANG RAUSCH

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